Ich höre nichts mehr. Nur noch Geschrei und das leise Geräusch, das entsteht wenn ich mit meinen Fingern gegen die Autoscheibe tippe. Ich versuche angestrengt mich darauf zu konzentrieren doch es ist nicht leicht sich nur mit etwas so kleinem zu beschäftigen während sich neben einem zwei Erwachsene bekämpfen.
Plötzlich bekomme ich den Drang wegzulaufen. Weg von meinen Eltern. Ich öffne die Autotür, lege meinen Laptop und die restlichen Schlafsachen, die eigentlich für die Nacht bei meiner Cousine gedacht waren hinten auf die Rückbank und mache mich aus dem Staub. "DU BRINGST RIEKE NIRGENDWOHIN!" höre ich meine Mutter noch rufen, doch da bin ich schon losgerannt.
Ich renne einfach geradeaus richtung Wiese. Immer weiter, ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben. Wahrscheinlich haben meine Eltern noch nicht einmal bemerkt, dass ich weg bin, da sie mal wieder viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Meine nackten Füße brennen durch die ganzen Brennnesselstiche aber ich habe jetzt keine Zeit, mich darauf zu konzentrieren. Ich verlangsame mein Tempo und entdecke das Gewächshaus, am Ende der Wiese. Niemand kommt drauf, dass du dadrin bist, also los! Ich gehe hinein und kauere mich in die letzte Ecke zwischen Tomaten und Paprika. Ich nehme mein Handy aus der Hosentasche. 22:37 Uhr. Ich sitze einfach nur da, die Arme um meine Beine geschlungen und weine. Ich weine und weine, bis ich eine Stimme höre, die mehrfach meinen Namen ruft. Nach ein paar Minuten sind es noch mehr Stimmen. Drei. Die meines Vaters, die meiner Schwester und die meiner Cousine. Sie schreien sich die Seele aus dem Leib doch es ist mir scheißegal. Ich will jetzt niemanden sehen geschweige denn mit einem von denen reden. Ich will alleine sein und verdammt nochmal meine Ruhe haben. Langsam bekommen ihre Rufe einen wütenden unterton, was mich noch mehr auf die Palme bringt. Beinahe jedes mal, nachdem ich meinen Namen höre, nuschele ich etwas wie Halt die Fresse! oder Verpiss dich endlich!
Als ich einen Motor höre, der vom Hof fährt werde ich misstrauisch. Oh nein, bitte lass sie nicht zu A. gefahren sein! Das wäre die Blamage meines Lebens. Bevor mein Vater die Polizei ruft und das hier alles unnötigen Stress gibt, beschließe ich wieder zurückzugehen. Ich weiß nicht, wieviel Zeit vergangen ist und als ich versuche die momentane Uhrzeit anhand meines Handys zu erkennen, muss ich feststellen, dass das Scheißding in der Zwischenzeit ausgegangen ist. Nichtmal darauf ist also verlass.
Wieder vorne bei meinem Vater angekommen breche ich ein erneutes mal in Tränen aus und warte gemeinsam mit ihm, dass meine Cousine und meine Schwester wiederkommen. Sie waren bei A, wie ich es befürchtet hatte. Sie schnauzt mich nochmal kurz an und bringt mich dann zu C, eine andere Cousine von mir und gleichzeitig eine meiner besten Freundinnen. Seit ich geboren bin sind wir unzertrennlich. Es gibt zwar ab und zu Phasen in denen wir nicht all zuviel machen aber so ist sie eben. Aus den Augen verlieren werden wir beide uns niemals. Da bin ich mir sicher.
Dort angekommen fange ich wieder an zu heulen und lasse mich von ihrem Vater drücken. Ich gehe hoch in ihr Zimmer und heule auch noch den letzten Rest der Wut und der Trauer in mir raus. Wir sitzen einfach nur da. Ich weine, sie weint. Warum sie plötzlich heult, weiß ich nicht. Ich vermute es ist wieder irgendwas mit ihrem Freund aber das werde ich schon noch früh genug erfahren.
Danke, dass ich bei dir bleiben durfte und danke, dass du immer für mich da bist, du doofe Zicke. ♥
Mittwoch, 30. Mai 2012
Sonntag, 27. Mai 2012
#23
"Rieke, was du machst ist nicht gut. Ehrlich nicht. Du kannst nicht über Gefühle und so reden. Auf Dauer geht das nicht. Du bist immer gleich abwertend wenn es um soetwas geht und das ist auf Dauer nicht auszuhalten."
"Ich rede wohl über meine Gefühle." -nicht.
"Nein, tust du nicht. Du musst ja nicht mit mir reden aber bitte mach es mit jemand anderem. Du musst mal lernen jemandem zu vertrauen."
Vergiss es. Um nachher wieder verletzlich zu sein? Niemals! Ich brauche das nicht. Menschen kann man nicht vertrauen! Sie sind nur darauf aus, dich fertig zu machen, falls du ihnen in die Quere kommst. Weil sie einfach die selbstsüchtigsten Geschöpfe dieser Welt sind. Sie tun einem weh, mehr nicht. Ich verzichte auf eure Scheinwelt. Schickt mir ne Ansichtskarte, wenn ihr unten in der Hölle schmort, scheiß Arschlöcher. ;*
"Ich rede wohl über meine Gefühle." -nicht.
"Nein, tust du nicht. Du musst ja nicht mit mir reden aber bitte mach es mit jemand anderem. Du musst mal lernen jemandem zu vertrauen."
Vergiss es. Um nachher wieder verletzlich zu sein? Niemals! Ich brauche das nicht. Menschen kann man nicht vertrauen! Sie sind nur darauf aus, dich fertig zu machen, falls du ihnen in die Quere kommst. Weil sie einfach die selbstsüchtigsten Geschöpfe dieser Welt sind. Sie tun einem weh, mehr nicht. Ich verzichte auf eure Scheinwelt. Schickt mir ne Ansichtskarte, wenn ihr unten in der Hölle schmort, scheiß Arschlöcher. ;*
Mittwoch, 23. Mai 2012
#22
"Geht's dir gut?"
Nein, es geht mir nicht gut! Da sind so viele Gedanken, die durch meinen Kopf schwirren, dass ich micht nicht mal konzntrieren kann. Mir geht es so schrecklich, dass es schmerzt, zu lächeln, also kann ich es nicht fälschen. Nicht heute. Ich versuche so sehr, die ganzen Tränen zu unterdrücken, die darauf warten, auszubrechen. Ich will nur noch schreien!
- "Ja, bin nur'n bisschen müde."
- "Ja, bin nur'n bisschen müde."
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